John Grant

John Grant wuchs in der kleinen Stadt Parker im konservativen US-Bundesstaat Colorado auf. Parker ist ein schlechter Ort für schwule Jungs. Seine Eltern, fromme Methodisten, machten ihm das Leben schwer. In der Schule war es noch schlimmer. Er wurde in einer Umgebung erwachsen, die ihm, wie er später sagte, immer wieder zu verstehen gab, dass er in die Hölle kommen würde.

Er zog mit zwanzig nach Deutschland, studierte Sprachen, kehrte nach einigen Jahren zurück nach Amerika, blieb dann aber in der Großstadt Denver, wo er es etwas leichter hatte. Mit der Band The Czars veröffentlichte er über die Jahre sechs Alben voller langsamer Rockmusik, die von der Kritik wohlwollend aufgenommen, von der weiteren Öffentlichkeit aber wenig beachtet blieben. Überdies hatte er mit den Nachwirkungen seiner Kindheit zu kämpfen, litt unter Angstzuständen, begann sich mit Drogen selbst zu behandeln. Er hörte mit der Musik auf und arbeitete als Kellner.

Aber der Drang zu schreiben und zu erschaffen gewann dann doch. Er wurde Solokünstler und sang mit schonungsloser Offenheit von den Demütigungen und dem Terror, von der Angst und der Traurigkeit. Sein erstes Soloalbum, „Queen of Denmark“, auf dem er von der Band Midlake begleitet wurde, erschien im Jahr 2010. Zwei Jahre später folgte „Pale Green Ghosts“, auf dem er sich zum ersten Mal elektronischer Popmusik zuwandte. Er nahm in Reykjavik auf, und ihm gefiel es dort so gut, dass er blieb. Dieses Jahr wird sein mittlerweile viertes Soloalbum erscheinen.